Montag, 21. September 2015

Historisch-politische Sprachkritik der Merkelei

Liebe Freunde,

gewöhnlich bin ich kein Feund von Rundmails - sofern man meine Blog-Dissidenz nicht dem entsprechenden Genre zuordnen will.
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Der mir soeben von Peter Krause übermittelte Aufsatz von Michael Klonovsky, Mitstreiter aus einem  Kreis von Selbstdenkenden, der sich  unter der Selbstbezeichnung "Helles Deutschland"  anschickt, in bester Tradition der lumières Licht (s.a.Was wirklich links ist. Eine Begriffsklärung) in die herrschende Merkel-Gaucksche Sprachregelung zu bringen, verdient indes Verbreitung auf jedem Wege.

Abgesehen von dem an Merkel erinnernden Pleonasmus im ersten Absatz bedarf  allenfalls Klonovskys Klassifizierung des Atomunfalls in Fukushima als eines "vollkommen unbedeutenden Unfalls" einer kritischen Einschränkung. Die  vom Tsunami verursachte Katastrophe hätte ja in der Tat noch schlimmer ausgehen können. Nichtsdestoweniger: Überall in den östlichen EU-Bruderländern ("Wertegemeinschaft")  werden neue AKWs gebaut, ohne dass sich die obwaltende gründeutsch-violette Moral darüber je politisch wirksam ("nachhaltig") entrüstet hätte.

In sämtlichen anderen Punkten seiner "Bilanz" wird  Klonovsky der historisch-politischen "Leistung" des  FDJ-frommen, königsmörderischen "Mädchens" (Helmut Kohl) und ihrer gründeutschen Einheitsfront  gerecht. Ich lege ihn daher meiner Blog-Gemeinde (taz-deutsch: commnuntiy)  ans Herz:
Angela Merkel. Eine Bilanz (http://ef-magazin.de/2015/09/20/7526-angela-merkel-eine-bilanz).

P.S. 
Klonovskys  Kommentar zum Merkelschen Umgang mit deutscher Sprache, Geschichte und Politik entstand einige Tage vor der Konferenz "Denk ich an Deutschland", veranstaltet von der Alfred Herrhausen Gesellschaft und der FAZ in Berlin. In dieser Runde tat Martin Schulz kund - an Claude Juncker als  EU-"Spitzenkandidat" gescheitert, waltet Schulz  arbeitsteilig unangefochten als EU-Parlamentspräsident -, dass "sein Europa" etwas anderes sei als das "abendländische Europa", das Viktor Orbán mit seinem Grenzzaun verteidigen wolle. Warum Merkel - vermittels des  Innenministers de Maizière - dennoch ihrerseits unversehens wieder "uneuropäische" Grenzen einrichten ließ, blieb offenbar unerörtert. (s. FAZ v. 21.09.2015, S.5)

In bestem Einklang mit der nicht anwesenden Kanzlerin gab Merkels Ministerin  Ursula von der Leyen (Verteidigung) eine Vorstellung von der im Kabinett gepflegten sprachlichen und historischen Ästhetik. Sie sei "fest davon überzeugt, wenn wir es richtig machen, dass wir, wenn wir in zwanzig Jahren  zurückschauen, sagen werden: Dies war eine enorme Bereicherung für uns, übrigens gerade für unsere alternde Gesellschaft."

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